2022

Bild: People's Theater e.V.

AF_2022_001_Willkommen im WIR – Förderverein Grundschule Bungerhof e.V

Die Schauspieler*innen des People’s Theater haben im Rahmen der Themenschwerpunkte Gewaltprävention und Demokratiebildung Schüler*innen der Grundschule Bungerhof durch spielerische Komponenten eingebunden und ihnen so demokratische Werte emotional vermittelt. Das Programm „Willkommen im WIR!“ setzt inhaltlich bei bedarfsgerechten Themen wie Vorurteilen, Ausgrenzung, Gewalt und Rassismus an. Demokratische Grundhaltungen werden gestärkt, indem Schüler*innen von klein auf üben, demokratisch zu handeln: In der Gruppe diskutieren sie über Herausforderungen und lösen Probleme, sie akzeptieren Mehrheitsmeinungen und achten Minderheiten. Und sie erleben, wie Diskussions- und Entscheidungsprozesse funktionieren.

Bild: Ole Günther

AF_2022_002_"Verqueres Denken" – Lesung Andreas Speit - Diakonisches Werk Delmenhorst/Oldenburg-Land e.V. für Breites Bündnis gegen rechts

Der Autor und Journalist Andreas Speit – er gilt als einer der besten Kenner der rechtsextremen Szene in Deutschland – analysierte in seinem Vortrag „Verqueres Denken. Gefährliche Weltbilder in alternativen Milieus“, so der Titel seines gleichnamigen Buches, Proteste der „Querdenker“. Er konzentrierte sich dabei insbesondere auf die als „alternativ“ oder tendenziell eher als „links“ wahrgenommenen Milieus und zeigte dabei auch Verbindungen zu rechtsextremen, antisemitischen, verschwörungserzählerischen und Reichsbürgerkreisen auf. Andreas Speit reiste wegen im Netz angekündigter Proteste gegen die Veranstaltung mit privatem Personenschutz an – nicht das erste und ganz sicher nicht das letzte Mal, dass er im Netz angegangen wird. Dennoch lautet seine Hauptbotschaft: „Seien Sie gesprächsbereit.“

Bild: Maria Zarada

AF_2022_003_Nils Oskamp – Drei Steine – Schulworkshops - vhs Delmenhorst

In der Ausstellung „Drei Steine“, so heißt auch die Graphic Novel, erzählt Autor und Illustrator Nils Oskamp seine Geschichte, die eine, wenn auch eine unschöne, Verbindung zu Delmenhorst hat: Nils Oskamp hatte sich als junger Schüler gegen Mitschüler gestellt, die den Holocaust leugneten. Er wurde deswegen mehrmals schwer verprügelt und erstattete Strafanzeige. Einige der Angeklagten gehörten der Borussenfront an und wurden von Jürgen Rieger verteidigt, jener Rechtsanwalt, der in Delmenhorst das Hotel am Stadtpark kaufen und ein Schulungszentrum daraus machen wollte – und gescheitert ist. Engagierte Delmenhorster Bürger:innen taten sich damals zum Breiten Bündnis gegen rechts zusammen und machten möglich, dass die Stadt Delmenhorst das Hotel Jürgen Rieger vor der Nase wegkaufte.
Nils Oskamp hat mit seinen Workshops einen Weg gefunden, Kindern und Jugendlichen Geschichte – seine Geschichte – zu vermitteln; er steht für einen kreativen Zugang zu historisch-politischer Bildung, die sogar – wenn angemessen – mit Humor daherkommt.

Bild: Creative Change e.V.

AF_2022_004_Demokratie an der Grundschule - Creative Change e.V.

In einem interaktiven Theaterprojekt lernten Schüler*innen der Knistergrundschule, was ethisches Denken und Handeln ist und wurden in ihrer Selbst- und Sozialkompetenz gefördert. In der Projektwoche arbeiteten die Schüler*innen zu den Themen „Freundschaft“, „Offenheit“, „Ehrlichkeit“ und „Ermutigung“: In altersgerechten Szenen stellen die Schauspieler*innen ein Dilemma dar, das die Schüler*innen besprechen, analysieren und zu denen sie in Kleingruppen Handlungsstrategien entwickeln. Auch erlangen sie durch die ihrer Lebenswelt entsprechenden erzählten Geschichten mitunter neue Sichtweisen.

Bild: Anette Melerski

AF_2022_005_Equal Care Day - Diakonisches Werk Delmenhorst/Oldenburg-Land e.V. für feminists friday

In einem Impulsvortrag gab Referentin Franziska Helms einen Überblick über die oft unfaire Verteilung der familiären Sorgearbeit (Care-Arbeit) in meist heterosexuellen Familien nach der Geburt eines Kindes. In der Regel nehmen immer noch Mütter die meiste Elternzeit und arbeiten anschließend in Teilzeit. Dies wirkt sich negativ auf ihre Rente und Karriere aus – und auch auf die politische Teilhabe. Parallel dazu übernehmen Frauen die meiste mentale Last der Familienorganisation und sind damit in mehrfacher Weise belastet. Im Väterreport 2021 gaben 55% der Männer an, dass sie die Hälfte der Kinderbetreuung übernehmen möchten. An diesen Wunsch erinnerte die Referentin mehrfach und gab Vorschläge, wie Paare durch eine Bestandsaufnahme und Schritte zur Umverteilung die mentale Last der Sorgearbeit gleichberechtigter aufteilen können.

Bild: Patrick Mühlmeister

AF_2022_006_MaxMUN – Vereinte Vorschläge für eine bessere Zukunft - Freundeskreis des Max Planck-Gamnasiums e.V.

Unter diesem Titel verhandelten die Schüler*innen (09. – 13. Jahrgangsstufe) als Delegierte im Rahmen einer UN-Versammlung in verschiedenen Komitees von jeweils 9 – 16 Uhr verschiedene Themenschwerpunkte. So nahmen sie verstärkt internationale Konflikte, wie etwa den Ukraine-Konflikt – der zum Zeitpunkt der Beantragung noch kein Krieg war – oder die Sahel-Zone in den Blick. Der UN-Sicherheitsrat befasste sich mit der Zukunftsfrage des Taiwan-Konflikts, im UN-Umweltprogramm rangen sie um Lösungen des Klimawandels – auch im Hinblick auf die Migrations- und Energieproblematik. Auch verhandelten sie diskursiv über Kinderrechte, weltweit und im Hinblick auf die Situation in der Ukraine. Doch nicht nur die politischen Debatten öffneten den Horizont der Schüler*innen, auch das Unterhaltungsprogramm ließ das Planspiel zu einem Ort der Vergemeinschaftung werden. Das Projekt wird von 15 Schülerinnen und Schüler in Begleitung einer Lehrkraft organisiert.

Bild: Anette Melerski

AF_2022_007_Equal Care Sensibilsierungsworkshop - Diakonisches Werk Delmenhorst/Oldenburg-Land e.V. für feminists friday

In dem Workshop konnte mehr Sensibilität für sexistische Diskriminierung im Alltag bei den Teilnehmenden geschaffen werden.
Vor allem ging es um die Reflexion von gesellschaftlichen Ansprüchen, die Müttern in ihrem Alltag begegnen und um die traditionell unterschiedliche Rollenverteilung zwischen Männern und Frauen, die sich auch auf gesellschaftliche und politische Teilhabe auswirkt.

AF_2022_008_Chancen & Risiken militärischen Engagements - Verein der Arbeiter und Jugendlichen aus der Türkei in Delmenhorst e.V.

Chancen und Risiken der Fortsetzung des militärischen Engagements ​ in Mali am Beispiel des Logistikbataillons in Delmenhorst – Vortrag Christoph Marischka, Informationsstelle Militarisierung Tübingen
Am Beispiel des Bundeswehreinsatzes in Mali hat der Referent im Rahmen des Vortrags und der Diskussion die friedens- und sicherheitspolitischen Kontroversen reflektiert, die sich aus militärischen Beteiligungen ergeben. Auch hat er die wirtschaftlichen, politischen und geostrategischen Interessen eines militärischen Einsatzes anhand von Beispielen erörtert.

AF_2022_009_Vorurteilen und Diskriminierung in der Kita begegnen - Kulturpixel e.V.

Vorurteile und Diskriminierung sind bereits in der Kita allgegenwärtig. Um die vielfältigen Lebensbedingungen von Kinder adäquat zu berücksichtigen und diskriminierende Mechanismen abzubauen, bedarf es einer Kita-Praxis, die Ungleichverhältnisse wahrnimmt und diesen aktiv entgegentritt. Das Projekt wurde in drei unterschiedlichen Kindertagesstätten in Delmenhorst durchgeführt und versteht sich als Vertiefung des ebenfalls von Demokratie leben! geförderten Projektes „Diversitätssensible und rassismuskritische Bildung“ in 2021. In diesem Jahr lag der Fokus auf der Auseinandersetzung mit eigenen kollektiven Bildern, Wahrnehmungen und Normalitätsvorstellungen, auf der Relevanz von diskriminierungskritischer Sprache, der Erarbeitung eigener Handlungsoptionen am Beispiel von sogenannten „Persona Dolls“ und der Reflexion eigener Erfahrungen.

Bild: Sabine Wolff

AF_2022_010_Wie wollen wir gemeinsam leben? - Delmenhorster Jugendhilfe-Stiftung

Bildungsgerechtigkeit anstreben, kein Kind ausschließen, Teilhabe aller Kinder und Familien sichern – das sind Schlagworte, die uns in unterschiedlichen gesellschaftlichen Zusammenhängen begegnen. Vor diesem Hintergrund basiert das beantragte Projekt auf der Berücksichtigung der Verschiedenheit kindlicher Lebenswelten und Lernbiographien und gleichzeitig in der klaren Positionierung gegen Ausschluss und Herabwürdigung von Menschen aufgrund von Merkmalen ihrer Identität.
In den Projekttagen setzen sich die Schüler*innen auf vielfältige Weise mit den Chancen und Herausforderungen von Gemeinsamkeiten und Unterschieden auseinander. Anliegen ist es, die Schüler*innen in ihren Identitäten zu stärken und dabei kritisches Denken über Gerechtigkeit und Fairness anzuregen. Das bedeutet auch, mit ihnen eine Sprache zu entwickeln, sich darüber verständigen zu können, was fair und was unfair ist. Durch niedrigschwellige Übungen und Spiele sollen die Schüler*innen dabei unterstützt werden, sich aktiv gegen Unrecht und Diskriminierung einzusetzen. Die Schüler*innen erfahren, wie wertvoll es ist, allen Mitschüler*innen neugierig und respektvoll zu begegnen.

Bild: Bürgerrundfunk Bremer Umland e.V

AF_2022_011_Delmenhorst 2050 - Der Podcast - Radio Weser TV Delmenhorst / Bürgerrundfunk Bremer Umland e.V.

In der Projektwoche haben Schüler*innen der Mosaik-Schule gemeinsam mit Radio Weser TV gemeinsam einen Podcast zum Thema Delmenhorst 2050 entwickelt. Sie haben sich damit gedanklich ins Jahr 2050 versetzt und aus diesem Jahr berichtet.
Ein Teil der Gruppe hat sich mit dem Thema Krieg auseinandergesetzt und fiktive Interviews mit Soldat*innen und Politiker*innen geführt. Der andere Teil der Gruppe hat sich mit der Schule in der Zukunft beschäftigt.
Beide Gruppen haben Ideen und Visionen für die Zukunft gesammelt: eine Schule mit Solarzellen, eine Schulkantine mit gesundem Essen und ein Gleitzeit-Modell für Schüler*innen.
Im Bereich Krieg ließen die TN Roboterhunde gegeneinander kämpfen, die von Soldaten gesteuert wurden. Weiterhin ergründeten sie in Interviews mit Politiker*innen den Hintergrund des Krieges.
Die Teilnehmer*innen haben Texte, Interviewfragen entwickelt, Stimmübungen gemacht und das mobile Tonstudio kennengelernt. Sie entwickelten einen Jingle, nahmen Interviewsequenzen, An- und Abmoderationen sowie Hintergrundgeräusche auf und stellten das Hörspiel fertig. und nahmen erste Moderationen.

AF_2022_012_Demokratini Bambini - Creative Change e.V.

In dem theaterpädagogischen Projekt wurden die Inhalte der UN-Kinderrechtskonvention im Figurentheater dargestellt. Rechte wie unter anderem Gleichheit, Spiel und Freizeit sowie freie Meinungsäußerung und Teilhabe wurden kindgerecht bearbeitet. Die Projekteinheiten starten immer mit einem kleinen Aufwärmspiel und einer einleitenden Theaterszene. Die Theaterszenen zeigen verschiedene Konflikte, die mit den Kindern anschließend besprochen und reflektiert werden. Die Kinder erarbeiten eigene Handlungsstrategien, welche sie mit Hilfe des interaktiven Theaters

Foto: Anette Melerski

"AF_2022_013_Afrika! Rückblicke in die Zukunft eines Kontinents" - Lesung und Diskussion Bartholomäus Grill - vhs Delmenhorst

Der Autor und mehrfach preisgekrönte Afrika-Korrespondent las aus seinem Buch „Afrika! Rückblicke in die Zukunft eines Kontinents“ und war bestrebt, dem Publikum ein „realistisches“ Bild des Kontinents zu vermitteln. Bartholomäus Grill lebt und arbeitet seit über 30 Jahren in Südafrika. In der Lesung und der anschließenden Diskussion ging es um die Rolle der Frauen in Afrika, um Kolonialismus, Europas rassistisches Erbe und die Rolle der Kirche in der Entwicklungshilfe.

Foto: Anette Melerski

AF_2022_014_ "Die Zukunftsmaschine – Wie wollen wir zukünftig leben. Eine Utopie?" - Diakonisches Werk Delmenhorst/Oldenburg-Land e.V. für KPR (Kommunaler Präventionsrat) Delmenhorst

Im Theaterprojekt „Die Zukunftsmaschine“ setzten sich die Kinder und Jugendlichen damit auseinander, wie sie in Zukunft leben wollen – oder eben auch nicht. Sie entwickelten gemeinschaftlich Ideen für das Theaterstück und befassten sich mit Themen wie soziale Ungleichheit, Klimawandel, Müll und Kinderarbeit.

Foto: Sozialdienst muslimischer Frauen e.V.

AF_2022_015_ Graffiti against Racism - Sozialdienst muslimischer Frauen e.V.

In dem Projekt tauschten sich Jugendliche unterschiedlicher Herkunft im „safe space“ über Diskriminierungserfahrungen aus, entwickelten Handlungsstrategien gegen Diskriminierung und setzten sich kreativ mit ihren Erfahrungen auseinander.  

Foto: Delmenhorster Jugendhilfe-Stiftung

AF_2022_016_ Die Mitspielbank – Delmenhorster Jugendhilfe-Stiftung

Schüler*innen der Pausendienst-AG gestalteten gemeinsam die „Buddybank“, die als Treffpunkt zum Kennenlernen und miteinander ins Spiel kommen dient. 

Foto: Creative Change e.V.

JF_2022_001_ Demokratie erleben in der Mosaikschule – Creative Change e.V.

In den Theaterszenen ging es um die Themen Freundschaft, üble Nachrede, Cybermobbing und Klassismus ging, die viel Stoff für Diskussion und Reflektion boten.

 

Screenshot Instagram smf_delmenhorst

JF_2022_002_ Generationsübergreifend Kommunal- und Bundespolitik verstehen lernen – Sozialdienst muslimischer Frauen e.V.

Insgesamt 16 Mädchen und Frauen zwischen 15 und 65 Jahren, die aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen kamen oder keine Religionszugehörigkeit hatten, nahmen an dem Projekt teil. Während einer Führung durch das Delmenhorster Rathaus und im Anschluss daran befassten sich die Teilnehmerinnen mit Koummalpolitik.
Je eine Jugendliche und eine Erwachsene bildeten ein Tandem, das über die gesamte Projektzeit zusammenblieb. Die Jugendlichen tauschen sich mit der anderen Generation über Kommunalpolitik in Delmenhorst aus: Welche Parteien gibt es? Was sind ihre Hauptziele? Welche Funktionen hat der Stadtrat? Darüber hinaus bereiten die Jugendlichen eine Reise nach Berlin zum deutschen Bundestag vor. Außerdem wurde eine historische Rundreise durch die Hauptstadt durchgeführt und das Deutsche Jüdische Museum besucht. Die Stadtführerin, die auch Politologin war, erklärte die Politik auf Bundesebene. Das Projekt diente der Stärkung des demokratischen Verständnisses, der Toleranz und der Zusammenführung der Generationen.

Bild: Anette Melerski

JF_2022_003_ Pimp Your Town Delmenhorst – Politik zum Anfassen e.V.

Pimp Your Town! ist ein Format, welches ein temporäres Pop-up-Jugendparlament etabliert, in dem Schüler*innen mit Politiker*innen kooperieren und intensiv an ihren eigenen Themen arbeiten. Das Planspiel soll als Politik-Event Einblicke in die Prozesse vor Ort schaffen. Jungen Menschen ist oft nicht bewusst, dass der einfachste Weg an politischen Prozessen mitzuwirken in der eigenen Kommune liegt.

Das Planspiel Pimp Your Town! fügt sich besonders gut in das Bundesprojekt “Demokratie leben!” ein, da es ein Planspiel für die Demokratiestärkung ist und junge Menschen Selbstwirksamkeit erleben lässt, was in Bezug auf die Zukunft der Demokratie essentiell ist. Des Weiteren werden die Jugendlichen durch den Kontakt mit anderen Jugendlichen und mit Politik toleranter und offener.
Besonders bemerkenswert ist, dass Anliegen aus dem Projekt in die reale Kommunalpolitik eingeflossen sind.